Einfaches Bauernbrot aus dem Holzofen vom Tölzer Land

Bei unserem Urlaub habe die Chance bekommen, eine Bäuerin aus dem Tölzer Land beim Brotbacken zu begleiten. Das Besondere an ihrem Rezept ist die Einfachheit und natürlich das würzige Ergebnis. Es freut mich sehr, dass ich dieses Rezept hier mit euch teilen darf.

Das Rezept ist für 12 Laibe Brot, die anschließend im Holzbackofen gebacken wurden. Für die Variante ohne Holzofen bitte unten weiterlesen.

Für den Vorteig:

  • 13 EL Roggenmehl 997
  • 500 mL Buttermilch, handwarm erwärmt
  • 6 Würfel frische Hefe

Für den Hauptteig:

  • 6 kg Roggenmehl 997
  • 4 kg Dinkelmehl 1050
  • 1 kg Dinkelmehl 630
  • Gewürze (Kümmel, Koriandersamen, Fenchelsamen) nach Geschmack
  • 9 EL Salz
  • Nüsse, getrockene Zwiebel, etc. nach Geschmack
  • 6 L Wasser

Am Vorabend den Vorteig herstellen: dafür die Hefewürfel über dem Mehl zerbröseln und mit der erwärmten Buttermilch verrühren. Abgedeckt über Nacht bei Raumtemperatur stehen lassen.

Am nächsten Tag die trockenen Zutaten mischen, dann Vorteig und Wasser zugeben und in der Knetmaschine zu einem gleichmäßigen Teig kneten. Diesen in 12 Brote teilen, rundwirken und das gewünschte Muster einschneiden. Die Oberseite bemehlen und in ein Gärkörbchen geben, das mit einem Geschirrtuch ausgekleidet ist. Das hat den Vorteil, dass die Gärkörbchen recht sauber bleiben, allerdings gibt es dann kein typisches „Gärkörbchen-Muster“.

Abdecken und 1 Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen. In der Zwischenzeit den Holzofen auf Temperatur bringen.

Nach etwa 1 Stunde sind die Brote fertig. Ob sie wirklich durchgebacken sind, lässt sich mit dem Klopftest herausfinden. Wenn sie beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingen, sind die Brote durchgebacken.

Falls ihr das Rezept auf kleinere Mengen herunterskaliert empfehle ich euch ebenfalls eine Brotgröße von 1-1,5 kg. Den Backofen auf 220 °C vorheizen, dann 15 min bei 220 °C und anschließend 45 min bei 190 °C backen.

Lasst es euch schmecken!

„Einfacher-geht’s-nicht-“ Roggenbrot mit Sauerteig

Ich mag es einfach und lecker und so habe ich mein Roggenbrot immer weiter vereinfacht und optimiert und vereinfacht und optimiert und … heraus kam dieses sehr einfache, sehr leckere und saftige Roggenbrot. Es braucht wenig Zutaten, kommt ohne Hefe und ohne Schnickschnack aus und ist ein Brotzeit-Allrounder (schmeckt mit süßem und mit deftigem Belag). Es hält sich problemlos mehrere Tage.

Mein Rezept ist für eine große Kastenform (30 cm):

  • Für den Vorteig:
  • 350 g Roggenvollkornmehl
  • 3-4 EL Roggensauerteig
  • 400 mL Wasser
  • Für den Hauptteig:
  • 18 g Salz
  • 1-2 TL Gewürz nach Geschmack (Brotgewürz, Kümmel, etc.)
  • 450 g normales Roggenmehl
  • 400 mL Wasser

Für den Vorteig den Sauerteig im Wasser lösen und das Roggenvollkornmehl unterrühren. Den Teig abgedeckt bei Raumtemperatur über Nacht gehen lassen. Hinweise zum unkomplizierten Umgang mit Sauerteig findet ihr hier.

Am nächsten Tag etwas vom Vorteig wegnehmen (ca. 3-4 gehäufte EL, das ist euer Sauerteig-Ansatz für das nächste Mal). Nun die restlichen Zutaten unterkneten. Das mache ich einfach mit der Küchenmaschine.

Den Teig anschließend in eine gebutterte Kastenform 4-5 Std. geben und abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen. Mein Tipp: stellt die Form ohne Abdeckung in den ausgeschalteten Ofen. Dort trocknet sie nicht aus, der aufgehende Teig kann nicht an einer Abdeckung festkleben und ihr könnt den Fortschritt des Aufgehens trotzdem beobachten. Nur zum Vorheizen des Ofens kurz herausnehmen bis die gewünschte Temperatur erreicht ist, sonst wird die Kruste nicht so schön knackig.

Den Backofen vorheizen, dann 15 min bei 220 °C und weitere 45 min bei 190 °C backen.

Lasst es euch schmecken!

Variante: gebt etwas Sonnenblumenkerne in die gebutterte Form und verteilt den Brotteig darauf – das gibt später eine knackige Brotunterseite!

Roggenbrot mit Buchweizen

Backen mit Buchweizen gibt dem Brot eine interessante, nussige Note und in Kombination mit Roggen erhaltet ihr ein saftiges, abwechslungsreiches Brot. Ich nehme für das Rezept übrigens gerösteten Buchweizen, den ich zerkleinere (das ergibt zusätzlichen Biss) – normales Buchweizenmehl geht aber auch.

Mein Rezept ist für eine große Kastenform:

  • Für den Vorteig:
  • 350 g Roggenvollkornmehl
  • 3-4 EL Roggensauerteig
  • 400 mL Wasser
  • Für den Hauptteig:
  • 100 g gemahlener gerösteter Buchweizen oder Buchweizenmehl
  • 18 g Salz
  • 1-2 TL Gewürz nach Geschmack (Brotgewürz, Kümmel, etc.)
  • 350 g Roggenmehl
  • 400 mL Wasser

Für den Vorteig den Sauerteig im Wasser lösen und das Roggenvollkornmehl unterrühren. Den Teig abgedeckt bei Raumtemperatur über Nacht gehen lassen. Hinweise zum unkomplizierten Umgang mit Sauerteig findet ihr hier.

Am nächsten Tag etwas vom Vorteig wegnehmen (ca. 3-4 gehäufte EL, das ist euer Sauerteig-Ansatz für das nächste Mal). Den Buchweizen bis zur gewünschten Feinheit mahlen. Ich habe ihn für dieses Brot etwas gröber gelassen, das ergibt eine zusätzliche kernige Note. Nun die restlichen Zutaten unterkneten. Das mache ich meist mit der Küchenmaschine.

Den Teig anschließend in eine gebutterte Kastenform (Brotbackform, 30 cm lang) füllen und 3-4 Std. abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen. Bei dem Brot auf dem Bild habe ich den Teig in der Schüssel gehen lassen, dann in die Form gegeben und anschließend sofort gebacken. Geschmacklich macht das keinen Unterschied, aber das Brot bleibt flacher.

Den Backofen vorheizen, dann 15 min bei 220 °C und weitere 45 min bei 190 °C backen.

Lasst es euch schmecken!

Hobbybrauer-Brot (Roggenbrot mit Treber)

Wer kerniges Brot liebt, sollte Treber unbedingt kennen. Treber ist Malzschrot, der beim Brauprozess übrig bleibt. Er enthält viele Ballaststoffe und ist eiweißreich, bringt Biss in das Brot und macht es schön saftig. Man bekommt Treber entweder bei Brauereien oder man wird selbst Hobbybrauer und nutzt die eigenen Reste. Treber hält sich gekühlt nur ein paar Tage, lässt sich aber sehr gut portionsweise einfrieren.

Dieses Brot ist ein reines Roggenbrot, das durch den Treber richtig saftig ist. Mein Rezept ist für eine große Kastenform:

  • Für den Vorteig:
  • 360 g Roggenvollkornmehl
  • 3-4 EL Roggensauerteig
  • 400 mL Wasser
  • Für den Hauptteig:
  • eine Handvoll Treber
  • 18 g Salz
  • 1-2 TL Gewürz nach Geschmack (Brotgewürz, Kümmel, etc.)
  • 400 g Roggenmehl
  • 400 mL Wasser (ungefähr, je nach Wassergehalt des Trebers)

Für den Vorteig den Sauerteig im Wasser lösen und das Roggenvollkornmehl unterrühren. Den Teig abgedeckt bei Raumtemperatur über Nacht gehen lassen. Hinweise zum unkomplizierten Umgang mit Sauerteig findet ihr hier.

Am nächsten Tag etwas vom Vorteig wegnehmen (ca. 3-4 gehäufte EL, das ist euer Sauerteig-Ansatz für das nächste Mal). Nun die restlichen Zutaten unterkneten. Das mache ich meist mit der Küchenmaschine. Der Treber enthält unterschiedlich viel Wasser, deshalb variiert einfach die Wassermenge, bis der Teig die gewünschte Konsistenz hat (mein Teig ist weich und klebrig).

Den Teig anschließend in eine gebutterte Kastenform füllen und 3-4 Std. abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen.

Den Backofen vorheizen, dann 15 min bei 220 °C und weitere 45 min bei 190 °C backen.

Lasst es euch schmecken!

Unkomplizierter Umgang mit Sauerteig

Früher habe ich mich ehrlich gesagt vor Sauerteig gescheut. Alles was ich las kam mir kompliziert vor und ich dachte, Sauerteig wäre ein sensibles Geschöpf. Mit wachsender Brotback-Begeisterung habe ich öfter mit Sauerteig experimentiert (und habe den ein oder anderen Rückschlag erlitten), aber mit der Zeit wurde mir der Sauerteig immer sympathischer.

Hier möchte ich euch meine ganz unkomplizierte Herangehensweise an den Sauerteig zeigen. Und ich möchte euch die Tipps mitgeben, die mir wirklich etwas gebracht haben. Ich verzichte in dieser Beschreibung ganz bewusst auf wissenschaftlichen Hintergründe, Detailrezepte oder „so und nicht anders gelingt es immer“.

Für mich hat sich zuerst die Frage gestellt: wie komme ich an einen guten Sauerteig?

Für einen Sauerteig braucht ihr einen vorhandenen Sauerteig, auch Anstellgut oder Sauerteig-Starter genannt. Ich habe vieles ausprobiert. Und mein Tipp für euch ist: lasst euch entweder etwas von einem befreundeten Hobby-Bäcker geben, fragt bei einer örtlichen Bäckerei nach oder schaut auf der Sauerteig-Börse, ob es in eurer Nähe jemanden gibt, der Sauerteig mit euch teilt. Ich habe gekauften Sauerteig ausprobiert. Der flüssige Sauerteig hinterlässt einen sauren Geschmack im Brot und lässt sich nicht weiter führen, bei trockenem Sauerteig hat das Nachfolgebrot ebenfalls stark an Triebkraft eingebüßt.

Ich habe auch diverse Rezepte für Sauerteig-Ansätze ausprobiert. Ein Teil hat funktioniert, ein Teil nicht – aber die Qualität ist meilenweit von einem bestehenden und lang weitergeführten Sauerteig entfernt. Deshalb die o.g. Tipps ;-).

Ich habe Sauerteig – und nun?

Brotbacken läuft immer nach dem gleichen Schema: Sauerteig mit Vollkornmehl und Wasser verkneten (Menge je nach Rezept), über Nacht abgedeckt stehen lassen. Dann etwas vom Teig wegnehmen –> das ist euer Anstellgut (= Starter) für das nächste Mal. Dann die restlichen Zutaten nach Rezept zugeben und das Brot backen.

Meine Lieblingskonsistenz ist ein zäher Teig, der dann über Nacht herrlich fluffig wird:

Ich habe gemerkt, dass es wichtig ist, das Salz erst beim Weiterbacken (also nachdem der Sauerteig gereift ist und ihr euch Anstellgut weggenommen habt) zuzugeben. Denn der Sauerteig wird durch das Salz in seiner Triebkraft stark gehemmt.

Welche Konsistenz sollte mein Sauerteig-Anstellgut haben?

Da gibt es keine Vorgabe. Ich habe schon viele Konsistenzen von ziemlich zäh bis flüssig ausprobiert und es hat (erfreulicherweise) alles funktioniert. Ich mache einen Vorteig, lass diesen reifen und nehme das Anstellgut davon weg. Die Konsistenz ist dann fluffig und weich. Ich habe aber auch ein Rezept, da ist die Konsistenz wie zähflüssiger Honig. Und meine Schwiegermama nimmt immer die Reste aus der Teigschüssel, gibt Mehl dazu und „ribbelt“ die Schüssel sauber. Dann entstehen trockene Brösel, die sie als neues Anstellgut aufbewahrt.

Wie bewahre ich den Sauerteig auf?

Sauerteig lässt sich abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren (nicht fest verschließen) oder einfrieren. Mein Sauerteig hält gut 1 1/2 bis 2 Wochen im Kühlschrank. So lange er gut riecht (nur etwas säuerlich, aber nicht verdorben) und keinen Schimmel auf der Oberfläche hat, ist er einsatzbereit. Ihr könnt den Sauerteig auch einfrieren, dafür sollte der Sauerteig aber kaum noch Wasser enthalten. Also den Teig mit soviel Mehl „verribbeln“, bis es trockene Brösel sind. Diese könnt ihr einfrieren. Einfach bei Raumtemperatur auftauen lassen, wenn er gebraucht wird. Etwas Wasser dazu und gelegentlich umrühren, bis es sich gelöst hat.

Zu guter Letzt: sicher ist sicher

Ich habe immer etwas von meinem Sauerteig eingefroren. Immer. Auch wenn ich häufig backe und meinen Sauerteig dafür im Kühlschrank aufhebe. Den „Notnagel“ Sauerteig habe ich zusätzlich eingefroren. Der Grund: meine eigene Vergesslichkeit. Denn mir ist es schon passiert, dass ich im Back-Eifer mit meinem angesetzten und gereiften Teig weitergebacken habe und es mir zu spät eingefallen ist, davon etwas wegzunehmen. Und es ist sehr ärgerlich, wenn der langjährig gepflegte Sauerteig dahin ist. Deshalb kann ich euch diesen Tipp wärmstens ans Herz legen.

Und nun möchte ich euch viel Freude mit euren Sauerteig-Broten wünschen. Lasst euch gerne hier auf meinem Blog inspirieren.

Lasst es euch schmecken!

Fränkisches Bauernbrot aus dem Holzofen

Ich hatte das Vergnügen und die Ehre, gemeinsam mit meinem Nachbarn in seinem Holzofen zu backen. Er ist gelernter Bäcker und hat auf der Suche nach dem perfekten Bauernbrot vielen Landfrauen in Franken über die Schulter geschaut. Das Ergebnis ist dieses wunderbare Bauernbrot.

Als ich sein Brot zum ersten Mal probiert hatte, war ich begeistert. Dass er mir angeboten hatte, das Brot gemeinsam mit ihm zu backen, hat mich sehr gefreut. Und dass er das Rezept gerne zur Weitergabe zur Verfügung stellt, ist natürlich ein großes Glück für uns alle.

Das Rezept ist für 15 Brote à 1 kg ausgelegt, da dies die perfekte Teigmenge für seine Knetmaschine ist. Die Teigführung braucht etwas Zeit, es lohnt sich aber.

Tag 1, frühs:

80 g Sauerteig auftauen (falls er eingefroren war)

Tag 1, abends:

  • 160 mL warmes Wasser
  • 130 g Roggenmehl (Typ 997)
  • 80 g Sauerteig

Das Wasser mit dem Mehl zu einem Brei verrühren, anschließend den Sauerteig zugeben. Abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen.

Tag 2, frühs:

  • 370 g Teig vom Vortag
  • 240 mL warmes Wasser
  • 190 g Roggenmehl (Typ 997)

Den Teig mit dem Wasser verrühren, dann das Roggenmehl unterrühren. Abgedeckt bei Raumtemperatur stehen lassen.

Tag 2, abends ca. 23 Uhr:

80 g Teig wegnehmen (das ist euer Sauerteig für das nächste Mal) und einfrieren (falls ihr länger als eine Woche nicht backt, ansonsten im Kühlschrank aufbewahren)

  • ca. 4500 mL warmes Wasser
  • 3600 g Roggenmehl
  • 720 g Sauerteig (das ist der komplette restliche Teig)

Roggenmehl mit Wasser in der Knetmaschine mischen. Dann den Sauerteig dazu geben und erneut durchkneten.

1800 g Roggenschrot mit 1500 mL Wasser mischen und über Nacht quellen lassen.

Tag 3, ca. 6 Uhr morgens:

  • 8820 g Vorteig (das ist die gesamte bisherige Menge)
  • 2700 g Weizenmehl (Typ 1050) oder Dinkelmehl
  • 580 g Roggenmehl (Typ 997)
  • 3300 g eingeweichter Schrot
  • 200 g Salz
  • 60 g Hefe
  • 150 g Brotgewürz (davon 75 g fein und 75 g grob gemahlen)

Wichtig ist bei diesem Schritt, dass ziemlich genau 7 Stunden vergangen sind (siehe Uhrzeiten). Man hat zwar als Brotbäcker eine kurze Nacht, aber so hat der Sauerteig seine optimale Reife erreicht. Alle Zutaten in der Knetmaschine gut verkneten (oder mit Muskelkraft, wie es die alte Landfrau tat, von der er das Rezept hat). Der Teig sollte weich und elastisch sein, ggf. noch Wasser zufügen. Dann eine Stunde in der Knetmaschine oder im Backtrog stehen lassen. Anschließend den Teig in ca. 1-1,2 kg Stücke portionieren. Jedes einzelne Stück von Hand rund wirken und in ein bemehltes Gärkörbchen setzen. Wer möchte, kann noch etwas Kümmel in das Gärkörbchen streuen. Abgedeckt bei Raumtemperatur für 1-2 Std gehen lassen.

In der Zwischenzeit den Holzofen anschüren, die Zieltemperatur sollte 300 °C betragen.

Dann das Brot auf das Holzpaddel zum Einschießen stürzen, kreuzförmig einschneiden und mit Wasser bepinseln. Die Brote ca. 1 Std -1:10 Std backen. Anschließend herausnehmen und noch heiß mit Wasser einpinseln, das ergibt einen schönen Glanz.

Lasst es euch schmecken!

Und hier noch ein Tipp: die restliche Hitze im Backofen wurde von den Bauern immer noch für das Backen von Blechkuchen (bei uns sagt man „Blootz“) genutzt.

Ich habe ein Blech Streuselkuchen gebacken. Das Rezept für meinen „Streuselkuchen ohne Schnickschnack“ findet ihr hier*. Er eignet sich super für den Holzbackofen.

Basisrezept Einfaches Roggenbrot

Bei aller Experimentier-Freude muss ab und zu mal ein Blick zurück auf die Basis geworfen werden. Ich habe viele Roggenbrot-Rezepte ausprobiert und variiert: das Ergebnis ist dieses Brot, das für mich das einfachste ist und gleichzeitig toll schmeckt. Es hat eine saftige Krume und eine tolle Kruste. Ich mache es in einer Kastenform, da muss ich mir bei veränderten Zutaten einfach weniger Sorgen um die Konsistenz des Teiges machen. Ich stelle euch erst meine Lieblings-„Basis“ vor und zeige euch am Ende des Rezepts viele Möglichkeiten, wie ihr dieses Brot variieren könnt.

Für eine große Kastenform:

  • Vorteig:
  • 4 EL Roggenvollkornsauerteig
  • 350 g warmes Wasser
  • 350 g Roggenvollkornmehl
  • Hauptteig:
  • Vorteig
  • 250 g Roggenvollkornmehl
  • 200 g Roggenmehl
  • 400 g Wasser
  • 18 g Salz
  • Frischhefe, ca. haselnuss-groß
  • 50 g Sirup (Ahornsirup, Zuckerrübensirup, Löwenzahnsirup)

Für den Vorteig den Sauerteig im Wasser auflösen (das mache ich bereits in der Küchenmaschine), das Mehl zugeben und abgedeckt bei Raumtemperatur über Nacht stehen lassen.

Am nächsten Morgen den Sauerteig-Ansatz abnehmen: etwa 4 EL vom Vorteig abgedeckt kalt stellen (für das nächste Brot). Wenn ihr in den nächsten 7-10 Tagen nicht zum erneuten Backen kommt, dann friert den Sauerteig einfach ein.

Dann den Hauptteig herstellen. Dazu den Vorteig mit den restlichen Zutaten ca. 5 min verkneten. Den Teig in eine gebutterte Kastenform geben und 2-3 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Den Ofen auf 220 °C vorheizen und für 15 min backen, dann die Temperatur auf 190 °C reduzieren und in weiteren 45-50 min fertig backen.

Lasst es euch schmecken!

Und hier kommen die Variationen:

  • die gebutterte Kastenform kann unten mit Körnern ausgestreut werden, ich nehme meist Leinsamen (siehe Foto unten) oder Sonnenblumenkerne
  • die Hälfte des Roggenvollkornmehls kann durch Roggenschrot ersetzt werden, das macht das Brot noch saftiger (der Schrot kann vorher noch zusätzlich eingeweicht werden, dann weniger Wasser zugeben)
  • dem Teig kann ein Brühstück zugegeben werden: 150 g Körner mit 150 mL heißem Wasser überbrühen und abkühlen lassen, dann zum Teig geben. Ich habe häufig 75 g Leinsamen und 75 g Sonnenblumenkerne verwendet
  • Wenn ihr das Brot unter Schwaden backt, wird die Kruste besonders knusprig. Schwaden = Wasserdampf-Zufuhr. Das geht am leichtesten mit einem hitzebeständigen Schälchen mit Wasser, das ihr gemeinsam mit dem Ofen erhitzt und während des Backvorgangs im Ofen lasst. Oder ihr kippt nach dem Aufheizen und einen Schluck Wasser in den Ofen und schließt die Ofen-Türe schnell wieder (das hinterlässt aber in kalkreichen Regionen unschöne Kalkflecken im Backofen) – deshalb bevorzuge ich das Schälchen.
Brot-Unterseite mit Leinsaat

Tomatenbrötchen „Ciabatta-Style“

Genau richtig zur Grillzeit, kommen diese Tomatenbrötchen außen knusprig und innen locker daher. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen – ausprobieren und genießen.

Rezept für 10 Brötchen:

  • Quellstück:
  • 65 g Dinkelgrieß
  • 130 g heißes Wasser
  • Hauptteig:
  • Quellstück
  • 280 g Dinkelmehl
  • 280 g Dinkelvollkornmehl
  • 300 g Wasser
  • 10 g Frischhefe
  • 12 g Salz
  • 30 g Olivenöl
  • 120 g getrocknete Tomaten

Für das Quellstück die Zutaten verrühren und mindestens 4 Stunden abgedeckt quellen lassen. Für den Hauptteig alle Zutaten außer das Olivenöl und die Tomaten 3 min langsam verkneten lassen, dann das Olivenöl zugeben und 10 min schnell kneten. Den Teig abgedeckt bei Raumtemperatur 1 Stunde abgedeckt ruhen lassen.

Dann die kleingeschnittenen getrockneten Tomaten per Hand unterkneten. Den Teig auf eine Größe von ca. 10 x 20 cm ausziehen und abgedeckt eine weitere Stunde gehen lassen.

Etwas Dinkelgrieß auf dem Teig verteilen, diesen in 10 gleichgroße Stücke teilen und zu Brötchen formen. Auf ein mit Backpapier ausgelegten Backblech setzen und nochmals 20 min gehen lassen.

In der Zwischenzeit den Backofen auf 220 °C vorheizen. 10 min backen, dann auf 190 °C reduzieren und weitere 20 min backen.

Besonders knusprig wird die Kruste, wenn ihr etwas Wasser in den aufgeheizten Ofen schüttet (ca. 50 mL). Für dieses Rezept habe ich mich vom Brot-Magazin 04/2020 inspirieren lassen.

Lasst es euch schmecken!

Brennessel-Käseschnecken

Diese Käseschnecken sind eine pfiffige Beilage zu Gegrilltem. Statt Brennessel können sie auch mit Spinat gemacht werden. Den Teig setzt ihr am Vorabend an, ich habe die Füllung ebenfalls am Vortag hergestellt, so habe ich am Grilltag keine Hektik.

Für den Teig:

  • 5 g frische Hefe
  • 120 mL lauwarmes Wasser
  • halber TL Honig
  • 500 g Dinkelmehl
  • 200 g Buttermilch
  • 15 g Öl (z.B. Rapsöl)
  • 7 g Salz

Für die Füllung:

  • 300 g Brennesselpüree oder gehackte Brennessel, abgetropft
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 1 Ei
  • 200 g Hirtenkäse, in kleine Würfel geschnitten
  • 200 g Creme fraiche
  • Chiliflocken, Salz, Pfeffer

Für den Teig die Hefe und den Honig im Wasser lösen. Mit den restlichen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig kneten. Erst 1-2 Stunden abgedeckt bei Raumtemperatur gehen lassen, dann im Kühlschrank über Nacht weiter reifen lassen. In der Zwischenzeit die Zutaten für die Füllung vermengen und ebenfalls gekühlt und abgedeckt durchziehen lassen.

Nun den Teig viereckig ausrollen, die Füllung darauf verstreichen (dabei die Ränder freilassen) und zu einer Rolle formen. Mit einem scharfen Messer 3 cm dicke Scheiben schneiden. Diese in eine Springform (mit Backpapier ausgelegt) setzen und nochmals 1 Std. bei Raumtemperatur gehen lassen. Dann 25-30 min bei 190 °C backen.

Vor dem Servieren sollten die Käseschnecken höchstens noch lauwarm sein, damit sie sich besser auseinanderzupfen lassen.

Lasst es euch schmecken!

Dieses Rezept ist eine Abwandlung von einem Rezept aus dem Brot-Magazin von 04/2020.

Buttermilch-Dinkelbrot aus dem Römertopf

Der Römertopf erlebt gerade eine Renaissance und ich habe ihn auch zum Brotbacken ausprobiert – und ich muss euch sagen: dieses Brot ist lecker und luftig geworden – ich habe mir bezüglich der Temperaturführung selten so wenig Gedanken um ein Brot gemacht. Geschmacklich eignet es sich zum Grillen, für Süßes und überall dort, wo ein helles lockeres Brot (sozusagen als Baguette-Ersatz) passt.

  • 500 mL Buttermilch
  • 1 TL Honig
  • 3/4 Pck. Trockenhefe
  • 500 g Dinkelmehl
  • 100 g Dinkelvollkornmehl
  • 2 TL Salz

Die lauwarme Buttermilch mit Honig und Hefe verrühren. Die Mehlsorten und das Salz mischen und mit der Buttermilch-Mischung in der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig kneten (das dauert gut 10 min). Anschließend den Teig abgedeckt bei Raumtemperatur 3 Std. gehen lassen.

Zur Vorbereitung des Römertopfes diesen mindestens 30 min wässern. Dann den Topf innen trocken reiben und mit Mehl ausstreuen. Den Teig auf einer bemehlten Unterlage oval wirken, in den Römertopf geben und auf der Oberfläche einritzen. Dann den Topf in den kalten Ofen stellen und bei 200 °C für 50 min backen.

Lasst es euch schmecken!